Der langsame Absturz des Finanzsystems...

... ist im Gang seit nunmehr 10 Jahren
2007 - 2011 - 'Meilensteine':

(aktuellstes zuunterst)

 

 

Das Finanzsystem ist eine der Fieberkurven des Wirtschaftssystems, welche die meisten Menschen trotz ihrer Komplexität zu verstehen glauben.

Eines Wirtschaftssystems, das bekanntlich systematisch und in vollem Bewusstein durch die heutige Politik von Ausbeutung, Intransparenz und Wachstumswahn gegen die Wand gefahren wird.

 

 

Hier zuerst die (unterhaltsame) Wahrheit über Schulden, virtuelles Geld, intransparente Finanzkonstrukte, Rating-Agenturen, Rettungsschirme usw.:

 

 


Global:

  • 9. August 2007:
    "Bankensturm" durch Unternehmen und Finanzinstitute, welche den Banken das Vertrauen entzogen.
  • 15. September 2008:
    Konkurs der Bank Lehman Brothers

    Auf Europa bezogen:
  • Okt. 2009 - Nov. 2010:
    Die damals neue griechische Regierung revidiert die Staatsverschuldung drastisch nach oben. Ratingagenturen stufen Griechenlands Kreditwürdigkeit herab. Spekulationen auf eine Staatspleite werden beflügelt. Der Euro bricht ein. usw. -> mehr
  • 25.3.2010 erstes Rettungspaket für Griechenland: 45 Milliarden Euro Notkredite -> mehr
  • 28.11.2010:
    85-Milliarden-'Rettungs'paket für Irland
  • 17.12.2010:
    750-Milliarden-Rettungsschirm und permanenter Krisenmechanismus beschlosssen  -> mehr
  • 16.6.2011:
    In der 50. Ausgabe des GEAB vom 15. Dezember 2010 sagte LEAP/E2020 die Explosion der Staatsschulden der westlichen Staaten für das zweite Halbjahr 2011 voraus. -> mehr
  • 27.6.2011:
    Bank für internationalen Zahlungsausgleich warnt vor Flächenbrand, wenn Staaten und Private nicht umgehend massiv sparen  -> mehr
  • 29.6.2011:
    Das griechische Parlament nimmt das drastische Sparpaket an (->mehr). Was für Griechenland gilt, gilt auch für das globale Wirtschafts- und Finanzsystem: 'Veränderung oder Untergang' (Georgios Papandreou).
  • 5.7.2011:
    Ratingagentur schubladisiert Portugals Kreditwürdigkeit in die Kategorie 'Ramsch'. -> mehr
  • 12.7.2011:
    Irland wird als Ramsch eingestuft -> mehr
  • 14.7.2011:
    Moody's droht den USA-> mehr
  • 10.9.2011:
    Alles schlimmer als befürchtet in Griechenland-> mehr
  • 14.10.2011:
    USA stehen vor 'perfektem Sturm' (in der Finanzwelt) -> mehr
  • 17.10.2011:
    In der 58. Ausgabe des GEAB sagt LEAP/E2020 eine Dezimierung im Bankensektor voraus. -> mehr
  • 27.10.2011:
    EU-Regierungen beschliessen gigantisches Beruhigungspaket:
    - Schuldenschnitt für Griechenland: Verzicht auf 50% der Forderungen;
    - Kernkapital der Banken muss von 5% auf 9% steigen
    - Griechenland erhält nochmals 100 Milliarden
    - Die Banken müssen mit über 100 Milliarden rekapitalisiert werden
    - Der Euro-Rettungsschirm kann bis auf 1'000 Milliarden wachsen
  • 3.11.2011:
    Griechenlands Präsident Papandreu will das Volk über das Rettungspaket abstimmen lassen und mischt den G-20-Gipfel auf;
    EZB senkt überraschend den Leitzins von 1,5 auf 1,25%;
    Papandreu sagt die Volksabstimmung wieder ab
  • 7.11.2011:
    Die Reisebranche stellt sich bereits auf das Ende des Euros und die Wiedereinführung der Drachme in Griechenland ein -> mehr
  • 9.11.2011:
    Die EU-Kommission prophezeit eine Rezession.
    Kommentatoren im Schweizer Fernsehen sehen auch das Ende des Euro und meinten zum Beispiel:
    'Die schlechten Aussichten sind das Positive', (es wird also noch schlimmer, wenn einfach nichts gemacht wird);
    'Die Lage ist dramatisch, aber nicht hoffnungslos, eine Art Herzinfarkt.
    Es gibt fast keine Lösungen mehr.'
  • Mitte November:
    Italien und Griechenland wechseln ihre Ministerpräsidenten aus
  • 24.11.2011:
    Die Ratingagentur Fitch stuft Portugal auf Ramschniveau herab
    -> mehr
  • 13.1.2012:
    Es entsteht das Gerücht, dass Standard & Poors mehrere Euro-Länder herabstufen wird, so sollen Österreich und Frankreich ihr AAA-Rating verlieren.
  • 14.1.2012:
    Das Gerücht bestätigt sich, 9 Euroländer werden herabgestuft, darunter Frankreich und Österreich, die 'nur' noch AA+ gekommen
  • 27.1.2012:
    Auch Fitch gibt diese Herabstufungen bekannt.
  • 27.1.2012:
    Wegelin
    , älteste Privatbank der Schweiz, lagert die Nicht-USA-Geschäfte an die Raiffeisen Bank aus und wird zur bad bank. ->mehr Am 3. Februar wird Wegelin von den USA angeklagt. -> mehr
  • 3.2.2012:
    Erst heute wird bekannt, dass die Wettbewerbskommisson gegen UBS, CS und 10 ausländische, in der Schweiz tätige Banken ermittelt wegen des Verdachts, die Libor-Referenzzinssätze seien kartellmässig abgesprochen worden. Wenn das wahr wäre, so wäre 'die ganze Welt betrogen', worden, sagte Weko-Sprecher Nydegger auf Radio DRS. Siehe auch 19.12.2012
  • 12.2.2012:
    Schwere Krawalle in Athen nach dem Beschluss des griechischen Parlaments über das Sparprogramm. Die Umsetzung und die Gegenleistung in Form der Eurokredite lassen noch auf sich warten. 
  • 21.2.2012:
    Das '130 -Mia-Rettungspaket' für Griechenland ist beschlossen. Richtig glücklich damit ist niemand, die Umsetzung und die Folgen sind höchst ungewiss.
    Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe, phantasiert aber von 'nachhaltigem Wachstum' (sustainable growth). (Zur Erinnerung: 'Nachhaltigkeit und Wachstum ist ein Oxymoron (schwarzer Schimmel).
  • 1.3.2012:
    'Euro vorläufig gerettet', gelöste Stimmung bei den EU-Ministern nach der EZB-Geldflut von 530'000'000'000 (530 Milliarden) für die europäischen Banken. Der Entscheid über Aufstockung des Eurorettungsschirms um 500'000'000'000 aufgestockt werden soll, wurde auf Ende März verschoben...
  • 14.3.2012:
    Die Eurostaaten geben das zweite Rettungspaket von 130'000'000'000 Euro für Griechenland frei
  • 30.3.2012:
    Der Rettungsschirm wird rechnerisch auf 800 Milliarden aufgestockt.
    -> mehr
  • 6.5.2012:
    Wahlen in Griechenland und Frankreich. In Griechenland werden die alten Parteien abgestraft, das Land ist vorerst ohne Regierung. 'Was soll's', meint das Volk, in einem Anflug eines kollektiven 'Realitätsverlustes' (Korrespondent von Radio DRS).Auch ein Präsident wie in Frankreich wird in Krisenzeiten vom Volk gerne ausgewechselt. Nützen wird es nichts, denn auch der Sozialdemokrat weckt nur leere, rezeptlose 'Hoffnungen' auf 'Wachstum'.
  • 10.5.2012:
    Bankia, die viertgrösste Bank Spaniens beantragt eine Teilverstaatlichung und erhält 4 Milliarden Euro Stützung.
  • 16.5.2012:
    Es wird bekannt, dass griechische Sparer innert weniger Tage run 700 Mio von ihren Konten abgezogen haben. Ein Bank Run wird befürchtet.
    Griechenland ist noch immer ohne Regierung, Neuwahlen sind sehr wahrscheinlich.
  • 19.5.2012:
    G-8-Gipfel in den USA:
    Vor allem warme Luft und weder neue noch brauchbare Forderungen:
    - Griechenland soll in der Eurozone bleiben und seinen Sparkurs durchziehen
    - Forderung nach Wachstum; Rezepte und Folgenabschätzungen bleiben aus
  • 28.5.2012:
    Die spanische Bankia benötigt nun allein23 Milliarden Euro für die Rettung. Bisher rechnete die spanische Regierung mit 'nur' 15 Milliarden für die Sanierung des gesamten Bankensystems Spaniens...
    -> mehr
  • 6.9.2012:
    Der IWF schätzt den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mind. 40 Milliarden Euro
  • 10.6.2012:
    Spanien begibt sich doch unter den Rettungsschirm, der bis zu 100 Milliarden gross sein soll -> mehr
  • 11.6.2012:
    Also doch: Auch Italien gerät in den Fokus als Absturzkandidat -> mehr
  • 14.6.2012:
    Die Schweizerische Nationalbank sagt, die Schweizer Grossbanken müssten ihr Eigenkapital deutlich erhöhen. In den Medien liest man je nach Sichtweise von 'Warnung', 'Ermahnung', 'Empfehlung', 'Forderung', 'Vorwurf', 'Schelte' oder 'Attacke'. Letzteres wohl nur, weil die CS-Aktien danach um 10% einbrachen. -> mehr
  • 17.6.2012:
    Griechenland wählt. Die Konservativen, welche den Sparkurs unterstützen und den Euro als ihre Währung retten wollen, setzen sich knapp durch.
  • 18.6.2012:
  • Trotz den 'guten' Nachrichten aus Griechenland geraten die Börsen ins Wanken: Von Spanien wird bekannt, dass die Banken mindestens 153 Milliarden faule Kredite horten. Erfahrungsgemäss dürfte das erst die Spitze des Eisbergs sein...
  • 26.6.12:
    Zypern beantragt Unterschlupf beim europäischen Rettungsschirm
  • 6.9.2012:
    Die EZB kauft unbegrenzt Staatsanleihen (OMT), aber knüpft sie an Reform- und Sparauflagen. Die EZB schätzt den Euroraum in der Rezession.
  • 13.12.2012:
    Die EU beschliesst eine gemeinsame Bankenüberwachug. Sie sollte jedoch erst im Frühling 2014 aktiv werden. -> mehr.
    Bis dahin müssten spanische oder irische Banken auch weiterhin von ihren Staaten gerettet werden.
  • 19.12.2012:
    Die UBS als Hauptverantwortliche für die Libor-Manipulationen wird mit der Rekordbusse von 1,4 Milliarden Franken belegt. Dieser Ablasshandel verhindert offenbar Schlimmeres, nämlich Klagen in den USA. Jedenfalls stiegen die Aktien nach der Bekanntgabe der Busse... (Siehe auch Eintrag vom 3.2.2012).
  • 16.3.2013:
    Bankrun oder Staatsbankrott: Die EU-Gruppe verlangt, dass die zyprischen Sparer mit 6-9% ihrer Einlagen an der Rettung des Systems zu beteiligen seien.
  • 24.3.2013:
    'Rettung' und Desaster für Zypern: -> mehr
    - Grösste Bank Laiki wird über Nacht zur Bad Bank
    - Vermögen ab 100'00 Euro werden bis 30% enteignet
    - Einschränkung des Kapitalverkehrs verfügt, trotzdem
    - massiver Kapitalabfluss befürchtet
    - weiterhin Bankrun zu befürchten, Bankschalter sollen erst am 28.3. öffnen
  • 4.4.2013:
    Ein globales Medienkonsortium enthüllt in einem 'Offshore-Leaks' ein riesiges Netzwerk von Steuerbetrügern. -> mehr
  • 6.4.13:
    Verfassungsgericht erklärt Teile des portugiesischen Sparprogramms für illegal. Damit fehlen weitere knapp 1,5 Milliarden Euro.
  • 2.5.13:
    Die EZB senkt den Leitzins auf Rekordtief von 0,5% -> Artikel
  • 10.7.13:
    Italiens Bonität wird herabgestuft und kommt in die Nähe des Ramschniveaus. -> mehr
  • 19.7.13:
    Die amerikanische Ex-Grossstadt Detroit geht in Konkurs - mit über 18 Mia $ Schulden. -> mehr
  • 7.11.13:
    EZB senkt Leitzins auf historisches Tief von 0,25% -> mehr
  • 9.12.13:
    Gibt es auch Lichtblicke? Irland verlässt den Rettungsschirm. -> mehr
  • 20.12.13:
    Standard&Poor's senkt das Rating der EU vom Maximum AAA auf AA+
    -> mehr
  • 5.6.2014:
    Lange war es ruhig, die Krise war überwunden geglaubt. Aber nun:
    Die Europäische Zentralbank EZB senkt ein weiteres Mal den Leitzins auf Rekordtief von 0,15%. Und droht den Banken mit Strafzinsen, falls sie Geld bei der EZB parkieren, anstatt in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.
  • 4.9.2014:
    Die EZB senkt den Leitzins auf erneutes Rekordtief von 0,05%.
  • 4.12.2014:
    Im 3-Monats-Rhythmus regt sich die EZB:
    Sie senkt die Wachstumserwartungen, sonst bleibt alles beim alten. 'Die Märkte' sind 'enttäuscht', aber der Euro legt etwas zu.
  • 18.12.14:
    Die Schweizer Nationalbank führt den Negativ-Zins ein: -0,25% für Banken, welche Liquidität oder Fluchtwährung bei der Nationalbank parkieren.
    Auch die Liborbandbreite wurde auf -0,75 bis +0,25% gesenkt.
    Die Geschäftsbanken sind aber nicht gezwungen, dies auf die Sparer abzuwälzen, die Folgen sind aber noch schwierig einzuschätzen.
  • Dez. 2014:
    Das Netzwerk LEAP2020 macht keine Prognosen mehr, obwohl das Problem nicht gelöst ist, aber wohl, weil der Prozess langsam läuft.
  • 15.1.2015:
    Die Schweizer Nationalbank gibt die Verteidigung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Fr. auf.
    Gleichzeitig wird der Negativ-Zins weiter gesenkt auf -0,75%. -> mehr
  • Seither bangt Europa auf den nächsten Streich der EZB, und in der Schweiz streiten Experten und Interessenvertreter, ob der Einkaufstourismus der Schweizer ihrer Heimat schadet oder nicht.
  • 22.1.2015:
    Die EZB trifft folgenschwere Entscheide:
    Sie will ab März und bis Sept 2016 jeden Monat 60 Milliarden in Anleihen stecken.
    In Europa bleibt der Leitzins auf 0,05%.
  • 25.1.2015:
    Griechenland wählt
    und straft die alte Regierung ab. Als 'Wutfänger' gewählt wurden die radikalen Linken, die fast unmögliche Versprechungen gemacht hatten. ->mehr
  • Seither will die neue Regierung das Reform- und Sparprogramm mit der EU nicht weiterführen. Das Volk unterstützt sie, aber griechische Banken sind unter Druck, Sparer und Unternehmen ziehen Guthaben ab. Und die EU zeigt sich hart.
    17.2.2015: Hintergrund:

    Rettet Europa Griechenland - oder nur die Banken? -> Artikel 17.2.

  • 19.2.2015:
    Die EZB erhöht den Notkreditrahmen für Griechenland um 3,3 Mia auf 68Mia. Euro.
  • April bis Juni 2015:
    Wochenlanger Showdown Griechenlands mit Konferenzen, Hinhaltetaktik und Scheinkompromissen.
  • 'bis Juni'? Wir waren zu optimistisch: Ab Juli 2015:
    Die griechische Agonie wird endlos.
    An dieser Stelle verweisen wir auf die Bund-Kolumne von Rudolf Strahm vom 21.7.2015. Obwohl Strahm kein Wachstumskritiker ist, hat er doch immer wieder Bedenkenswertes zum Fall Griechenland zu sagen.
  • Sommer/Herbst 2015:
    Die "Flüchtlingskrise" im Raum Naher Osten lässt die Finanzprobleme Griechenlands in den Hintergrund treten, wird sie aber noch verschärfen.
  • 17.9.2015:
    Die amerikanische Notenbank (im Journalistenvolksmund oft "das Fed" genannt) erhöht den Leitzins immer noch nicht.
  • 20.9.2015:
    Neuwahlen in Griechenland: Die neue Regierung ist die bisherige, welche damit das Vertrauen des Volkes behält.
  • 3.4.2016:
    Die Affäre "Panama-Papers" legt wiederum neue Schandtaten von Banken und Promineten offen
  • 9.5.2016:
    Das griechische Parlament nimmt ein neues Sparpaket knapp an (Steuererhöhrungen, Rentensenkungen).
    IWF-Chefin Lagarde fordert inzwischen klar einen Schuldenschnitt.
  • Im Schatten der Syrien-Kriegskrise und des Flüchtlingsdramas wird kaum mehr über die Finanzprobleme des Systems und Griechenlands gesprochen. Im
    Oktober 2016 wird wieder über "neues Geld" für Griechenland verhandelt. Die zwischenzeitlich sistierte Privatisierungswelle (z.B. Hafen von Pyräus) soll/muss wieder aufgenommen werden.
  • Dezember 2016:
    Der italienische Staat bzw. die EZB retten die älteste italienische (bzw. ev. sogar weltweit älteste) Bank Monte dei Paschi.
    -> Artikel